Im Interview mit der Berliner Morgenpost spricht Prof. Dr. Christine Sälzer über die aktuellen PISA-Ergebnisse, strukturelle Herausforderungen im Bildungssystem und darüber, was jetzt notwendig ist, um gegenzusteuern. Dabei geht es unter anderem um Lehrkräftemangel und Ausstattung, Schulabsentismus, Bildschirmzeit und die Frage, wie Bildungsressourcen gezielter für mehr Chancengleichheit eingesetzt werden können.
Gute Bildung braucht eine gemeinsame Kraftanstrengung
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PISA 2025 rückt Bildungsmonitoring in den Fokus – ZEB mit zwei neuen Expertinnen
Das ZEB konnte Prof. Dr. Christine Sälzer als Leiterin des Arbeitsbereichs Educational Monitoring und Prof. Dr. Denise Demski als Leiterin des Arbeitsbereichs Educational Innovation and Change gewinnen. Die ausgewiesenen Expertinnen für Bildungsmonitoring und Schulentwicklung stärken damit das ZEB zu einem Zeitpunkt, zu dem die PISA-Studie einmal mehr verdeutlicht, wie wichtig verlässliche Daten und eine damit verbundene evidenzorientierte Schulentwicklung für ein lernendes Bildungssystem sind, das Veränderungen frühzeitig erkennt, wirksam darauf reagiert und allen Kindern gute Zukunftschancen eröffnet.


Prof. Dr. Christine Sälzer forscht seit Beginn ihrer wissenschaftlichen Laufbahn zu Schulabsentismus, d. h. zu den Fehlzeiten von Schülerinnen und Schülern im Unterricht. Von 2010 bis 2017 leitete sie die PISA-Erhebungen in Deutschland. Die jüngsten Ergebnisse dieser international vergleichenden Studie zeichnen erneut ein besorgniserregendes Bild: Nicht nur erreichen Schülerinnen und Schüler in Deutschland in allen drei getesteten Kompetenzbereichen die niedrigsten Werte seit Einführung der Studie, auch der Zusammenhang von Bildungserfolg mit dem sozio-ökonomischen Status des Elternhauses ist in Deutschland deutlich stärker als im OECD-Durchschnitt und hat sogar zugenommen. Um das Leistungsniveau zu verbessern und die Verknüpfung von Bildungserfolg und elterlichem Status zu verringern, empfehlen die Autorinnen und Autoren der Studie, das Bildungsmonitoring so weiterzuentwickeln, dass seine Ergebnisse in Bildungspraxis und Bildungsadministration genutzt werden können. Werden Lernstände frühzeitig und regelmäßig erfasst und die gewonnenen Daten konsequent genutzt, lassen sich Unterstützungsbedarfe und Potenziale besser erkennen und Ressourcen gezielter einsetzen, sodass Bildungserfolg weniger davon abhängt, welche Unterstützung das Elternhaus leisten kann.
Mit der Gründung des ZEB, das an der Leuphana Universität Lüneburg und der Leibniz Universität Hannover angesiedelt ist, hat das Land Niedersachsen dafür bereits eine wichtige Grundlage geschaffen. Mit der Berufung von Prof. Sälzer und Prof. Demski kann diese Arbeit nach den strukturellen Weichenstellungen der letzten Monate jetzt auch praktisch und konkret beginnen. Entscheidend ist dabei das enge Zusammenspiel seiner Arbeitsbereiche. So erforscht Prof. Dr. Denise Demski schwerpunktmäßig (datengestützte) Entwicklungs- und Innovationsprozesse in Bildungseinrichtungen. Ihre Arbeit wird wesentlich dazu beitragen, tragfähige Kooperationsstrukturen mit Praxis, Verwaltung und Politik aufzubauen. So entsteht ein Rahmen, in dem Forschungsfragen gemeinsam entwickelt, wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen und für die Weiterentwicklung des Bildungssystems genutzt werden.
Christine Sälzer: „Am ZEB möchte ich dazu beitragen, dass Bildungsdaten nicht nur zeigen, wo wir stehen, sondern Orientierung für gute Entscheidungen geben. Dafür verbinde ich Bildungsmonitoring mit Schul- und Unterrichtsforschung und der Professionalisierung von Lehrkräften. Ein enger Austausch mit Bildungspraxis und Bildungspolitik ist mir dabei besonders wichtig.“
Denise Demski: „Eine evidenzorientierte Schulentwicklung, bei der Daten nicht Selbstzweck sind, sondern konsequent auf allen Ebenen des Bildungssystems für die Verbesserung von Schule und Unterricht genutzt werden, erfordert eine enge Kooperation von Praxis, Administration, Politik und Wissenschaft. Mit der Gründung des ZEB ist ein wichtiger Grundstein für die Vernetzung erfolgt und ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Akteurinnen und Akteuren.“
Gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern aus Bildungspraxis, Verwaltung und Politik entwickelt das ZEB wissenschaftlich fundierte Strategien, damit möglichst alle Kinder von schulischen Lernangeboten profitieren. Ziel ist ein lernendes Bildungssystem, das Qualität sichert, Bildungsungleichheiten verringert und auf neue Herausforderungen auf der Grundlage verlässlicher Daten reagieren kann.
2027 werden außerdem die Arbeitsbereiche Educational Measurement, Educational Equity und Educational Trajectories aufgebaut. Das ZEB investiert damit in genau die Themenfelder, die angesichts der aktuellen PISA-Ergebnisse an Dringlichkeit gewinnen.
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Eröffnung des ZEB im Landtag
Am 6.2.2026 wurde die Eröffnung des Zentrums für Empirische Bildungsforschung Niedersachsen (ZEB) im Rahmen einer Pressekonferenz im niedersächsischen Landtag durch Kultusministerin Julia Willie Hamburg und Wissenschaftsminister Falko Mohrs bekanntgegeben. Prof. Sascha Spoun, Präsident der Leuphana Universität Lüneburg, Ministerin Hamburg und Minister Mohrs stellen dar, wie das ZEB als Brücke zwischen Forschung, Administration und Politik fungieren soll und betonen die Bedeutung des Zentrums für eine evidenzbasierte Bildungspolitik in Niedersachsen.
Weitere Infos auf der Homepage der Leuphana.
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Offizielle Eröffnung des ZEB
Am 6. Februar 2026 um 11:15 Uhr wird das Zentrum für Empirische Bildungsforschung Niedersachsen (ZEB)offiziell eröffnet.
Die Eröffnung erfolgt durch die Niedersächsische Kultusministerin Julia Willie Hamburg und den Niedersächsischen Wissenschaftsminister Falko Mohrs gemeinsam mit Prof. Dr. Sascha Spoun, Präsident der Leuphana Universität Lüneburg, sowie Prof. Dr. Volker Epping, Präsident der Leibniz Universität Hannover.
Im Anschluss an die Eröffnung stehen im Rahmen der Landespressekonferenz Prof. Dr. Simone Abels, Vizepräsidentin für Graduate School, Qualitätsentwicklung und Lehrkräftebildung an der Leuphana Universität Lüneburg, sowie Prof. Dr. Julia Gillen, Vizepräsidentin für Bildung an der Leibniz Universität Hannover, für Fragen von Journalistinnen und Journalisten zur Verfügung.
